
Premiere für die Zuschauer und für die Gimter Anlegestelle am ehemaligen Wasserübungsplatz der Bundeswehr: Arbeiter der holländischen Wassertransportfirma >Van der Wees< fügen das letzte Teil der Rampe für die Verladung des Kolosses zusammen. (Fotos: Hattenbach)
Nach über vier Stunden legte das Pontonboot
mit dem
240-Tonnen-Bauteil in Gimt ab
Hessisch Lichtenau / Gimte. Die Zugmaschine schnauft, die
Metallrampe quietscht, der Koloss rollt. Es ist 18.15 Uhr am Samstag. Das
240-Tonnen-Bauteil der Maschinenfabrik Richter schiebt sich langsam auf das
Pontonboot. Hergestellt in Hessisch Lichtenau (siehe Hintergrund links oben)
geht es jetzt endgültig auf die Reise nach Russland.
Die Strömung der Weser
ist stark und die Rampe verschiebt sich bereits ein wenig. Der große und der
kleine Schlepper, die das Ponton um 15.40 Uhr an die Gimter Anlegestelle
brachten, schieben, was das Zeug hält. Noch ist es nicht geschafft, die Männer
in braunen und blauen Overalls winken kräftig mit den Armen und geben Kommandos.
„Langsam, langsam - weiter, weiter.“
Etwa hundert Schaulustige,
Hobbyfotografen und ehemalige Pioniere haben sich an der Anlegestelle
versammelt. „Fast wie zu Bundeswehrzeiten“, ruft einer der Veteran.
Auf 96
Rädern bewegt sich der Koloss immer weiter. „Wir machen hier nichts schnell,
sonst fällt etwas ab oder jemand verletzt sich“, sagt der
Transport-Projektleiter Burkhard Sterz. Obwohl die Rampen bereits tonnenweise
Fracht über sich ergehen lassen mussten, biegen sie sich leicht. Die Räder unter
dem Koloss drücken Spurrinnen in das Metall.
Nach zehn Minuten klatschen
viele Applaus. Es ist geschafft - der Koloss ist auf dem Ponton. Lange
haben die vielen Zuschauer auf diesen Moment gewartet. Die meisten kamen bereits
um 14 Uhr.
Zu dieser Uhrzeit wurde das Ponton an der Anlegestelle am
ehemaligen Wasserübungsplatz der Bundeswehr erwartet. Doch es kam nicht. Die
Leute harrten bei Grillwürstchen und Kuchen aus. Axel Richter, Vorstand der
gleichnamigen Maschinenfabrik, hatte alles für die Leute arrangiert und ließ es
sich nicht nehmen, an seinem Geburtstag die Verladung „seines“ Kolosses vor Ort
mitzuerleben. „Das ist eben eine besondere Nummer“.
Als das Ponton
dann endlich in Gimte eintraf, brauchte es mehrere Ansätze, um den richtigen
Winkel an die Anlegestelle zu treffen. Ein Kran setzte anschließend die Rampen
auf und nach weiteren anderthalb Stunden war der Koloss abfahrbereit. Am
Mittwochnachmittag ist der zweite 240-Tonner dran.
Quelle: HNA vom 08.10.2007 (Pierre
Hattenbach)